Spaziergang durch Frohnleiten

Sehenswürdigkeiten

Die Stadt selbst ist eine Sehenswürdigkeit für sich und in ihrer Erscheinung einmalig. Wo sonst gibt es eine Skyline wie diese? Ein Blick in die Tiefe lohnt sich aber allemal: Beim Spaziergang durch die Stadt entdecken Sie historische Kleinode und herrliche Gärten.

Volkshauspark im Abendlicht (c)

Schönste Blumenstadt

Volkshauspark

Ein Spaziergang durch den Volkshauspark am linken Murufer mit Blick auf die faszinierende Murfront der malerischen Altstadt ist der Geheimtipp für alle, die Erholung und Naturerlebnis gleich in der Stadt suchen. Die bezaubernde Anlage mit Blumen, Sträuchern, Bäumen, Teichen und idyllischen Plätzchen bietet zu jeder Jahreszeit ein anderes Bild. Sie trug wesentlich dazu bei, dass Frohnleiten das Prädikat „Schönste Blumenstadt Europas" der Entente Florale verliehen bekam. Nicht nur das Erscheinungsbild, auch die Pflanzenvielfalt ist erstaunlich: 1.000 Pflanzenarten wachsen in der 12.000 m2 großen Parkanlage.
Bei Kindern - und auch Erwachsenen - ist der 2021 errichtetete Spielplatz mit Flying Fox und Motorikelementen beliebt.

Tratschweiberbrunnen

Am Hauptplatz

"Tratschweiberbrunnen"

Im Rahmen der Hautplatzerneuerung in den 1970er Jahren stieß man bei der Grabung auf die Reste eines früheren Brunnens. Der Frohnleitner Künstler Edwin Eder erhielt den Auftrag, einen neuen Brunnen zu gestalten. Es entstand der „Drei-Frauen-Brunnen“, im Volksmund liebevoll "Tratschweiberbrunnen" genannt. Eder knüpfte dabei an die kommunikative Funktion an, die ein Brunnen durch Jahrhunderte (auch) erfüllte, weshalb er an die Spitze der schmiedeeisernen Konstruktion die Bronzefiguren dreier tratschender Frauen platzierte. Eder war es dabei wichtig, den Figuren eine schlichte Form zu geben. Alle drei Figuren sind übrigens unterschiedlich.

Der Aufgang über den Tabor zum Hauptplatz

Aufgang zum Hauptplatz

Tabor

Der Tabor war sowohl Schutz- als auch Verteidigungsanlage für die Bewohner des Ortes. Er ist die älteste Befestigungsanlage und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Feldlager“. In seiner heutigen Form stammt der Turm aus dem 17. Jahrhundert. Er diente am Anfang als Unterkunft der Wachmannschaften und war somit eine Art Kaserne. Zur Bauzeit der Maria-Himmelfahrts-Kirche im ausgehenden 17. Jahrhundert nahm er vorübergehend Servitenmönche auf, später war er Schulhaus und schließlich beherbergte er Jahrzehnte hindurch die jeweiligen Gemeindesekretäre. Zuletzt wohnte im Taborturm der bekannte Künstler Edwin Eder.

Ehemaliges Servitenkloster

Am Hauptplatz

Klosterkirche (Pfarrkirche)

Die Kirche wurde als Klosterkirche des Servitenordens zwischen 1679 und 1689 von Jakob Schmerlaib erbaut. 1763 wurde sie durch ein Feuer schwer beschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte ohne den ursprünglichen Kirchturm, der sich an der Giebelfassade befand. Die Inneneinrichtung erfolgte im Stil des Spätrokoko. Die malerische Ausgestaltung der Gewölbe und Wände stammt von Josef Adam Mölk. Seine Werkstatt schuf auch das Hochaltarbild. Die Holzfiguren stammen von Veit Königer. Bis 1967 wurde die Kirche, die an drei Seiten vom Kloster umgeben ist, von Serviten geleitet. Im selben Jahr folgten ihnen bosnische Franziskanerpatres, die bis 2018 in Frohnleiten tätig waren. 2018 wurde das Kloster der Pfarre Frohnleiten übergeben.

Klostergarten (c) RegionGraz/Harry Schiffer

Bei der Klosterkirche

Klostergarten

Mitten im historischen Markt versteckt sich hinter den Klostermauern der Stadtpfarrkirche ein grünes Kleinod – der Klostergarten, der seit über 700 Jahren der Eigenversorgung der Pfarrer und Mitbewohner des Klosters diente. Neben Blumen- und Gemüsegärten, am Rande von Wiesen und Wegen zum beschaulichen Flanieren ganz im Sinne von Franz von Assisi finden Besucher:innen einen barocken Gartenpavillon mit einer Pietà und ein historisches Glashaus, das behutsam restauriert wurde. Der Garten wird von einem Gartenteam bewirtschaftet und bietet je nach Jahreszeit einen lebendigen Eindruck eines historischen Wirtschaftsgartens.

(c)Region Graz, Harry Schiffer

Am Hauptplatz

Mariensäule

Diese 1732 errichtete Säule wird auch Frauensäule genannt. Auf einem Podest befindet sich eine Statue mit der Darstellung der Himmelfahrt Mariens, darunter sind die ebenfalls steinernen Figuren der Heiligen Rochus, Sebastian, Josef, Johann Nepomuk und Rosalia. Eine Inschrift an der Säule wurde als Zeichen des Dankes der Bürger für die Abwendung der Pest im Jahr 1680 interpretiert, tatsächlich handelte es sich aber um eine Grippeepidemie in den Jahren 1729 und 1730, die zahlreiche Todesopfer gefordert hat. 2019 wurde die Mariensäule vollkommen renoviert.

Bei der Klosterkirche

Katharinenkirche

Das Gebäude der ehemaligen Katharinenkirche zählt zum ältesten baulichen Bestand Frohnleitens, das vor rund 700 Jahren als Markt am einzigen Murübergang zwischen Bruck und Graz gegründet wurde. Nach der Entsakralisierung unter Josef II. wurde das Bauwerk für verschiedene Zwecke genützt. Durch eine fachgerechte Sanierung im Jahr 2013 wurde die Katharinenkirche vor dem Verfall bewahrt.

Rumpelmaier-Denkmal

An der Murpromenade

Rumpelmayer-Denkmal

Die Büste erinnert an den Hydrophaten (Wasserheilkundigen) Franz Rumpelmayer (1805-1869), auf dessen Initiative die Errichtung der Kaltwasserheilanstalt zurückgeht. Nach zwanzigjähriger Tätigkeit auf dem Gebiet der Wasserheilkunde genoss er bereits Weltruhm. Als erster Kurarzt Frohnleitens leitete er auch erfolgreich die Badeanstalt der Gemeinde. Frohnleiten profitierte durch zahlreiche Kurgäste und Sommerfrischler.

Ehemaliges Bezirksgericht

Am Hauptplatz

Ehemaliges Bezirksgericht

Das Gebäude Hauptplatz 9, das in seinem Baukern bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, war bis 1850 das Frohnleitner Rathaus. Nach dem wirtschaftlichen Einbruch durch den Bau der Eisenbahnlinie im Jahr 1844, welche den Markt Frohnleiten seiner Funktion als Handels- und Rastplatz beraubte, bemühte man sich ab 1848, das neu zu errichtende Bezirksgericht nach Frohnleiten zu bekommen. Die Bemühungen hatten Erfolg, doch musste sich Frohnleiten verpflichten, das Rathaus für diesen Zweck dem Staat unentgeltlich zu überlassen. Frohnleiten wurde so zum Mittelpunkt des Amts- und Steuerbezirkes. 2013 wurde das Bezirksgericht aufgelöst.

Leobnertor

Ehemaliges Stadttor

Leobnertor

Nur drei in die seinerzeitige Ringmauer eingefügte Tore ermöglichten in alter Zeit den Zugang zum Markt. Das wichtigste für die Fuhrwerkszufahrten war das noch heute in seiner ursprünglichen Form erhaltene Leobnertor, an das einst auch ein Turm aufgebaut war. Die Bezeichnungen waren einem mehrmaligen Wandel unterworfen, so wurde es einmal – wohl in Ableitung von einem Handwerksbetrieb – Kürschnertor genannt, dann wieder – die richtige Richtung deutend – Grazertor und schließlich – unter Bedachtnahme auf die Mauerfärbung – Rotes Tor.

(c)RegionGraz/Harry Schiffer

Am Parkweg

Wehrmauer

Eines der wesentlichen Merkmale mittelalterlicher Märkte war die Wehrhaftigkeit. Zu diesem Zweck waren sie von Mauern und Gräben umgeben. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde vermutlich die Ringmauer gebaut, die den ganzen Ort umschloss. Heute sind noch Teile erhalten, besonders gut sichtbar am Parkweg.

(c) Region-Graz, Harry Schiffer

Ortsteil Adriach

St.-Georgs-Kirche

Mitte des 11. Jahrhunderts erbaut, ist der Kirchenbau eines der ältesten erhaltenen sakralen Bauwerke in der Steiermark. Die St.-Georgs-Kirche wurde in den Jahren 1978 bis 1985 renoviert; bei dieser Gelegenheit wurde eine romanische Krypta älteren Datums entdeckt, freigelegt und zugänglich gemacht. Ursprünglich selbst Pfarrkirche, diente sie seit der Josephinischen Reform 1795 als Filialkirche der Pfarre Frohnleiten.

(c)TV Frohnleiten

Ortsteil Schrems

Barbara-Kapelle Schrems

Schrems – seit 2015 zu Frohnleiten gehörig – liegt im Osten des Ortes am Fuße des Rechbergs und wurde um 1300 mit dem Namen „Schrentz“ erstmals erwähnt. Um 1381 gab es die erste urkundliche Erwähnung mit dem Ortsnamen „Schremcz“ und ab 1393 wurde dann bereits für kurze Zeit Schrems geschrieben. Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Das Ortszentrum bildet der Dorfplatz mit der Barbarakapelle, die 1980 von der Landjugend wiederaufgebaut wurde. Das Gebiet besteht zu 70 Prozent aus Waldfläche; die Geschichte des Ortsteiles prägten in vergangenen Tagen der Bergbau, Mühlen und Sägewerke.

St.-Oswald-Kirche in Röthelstein

Ortsteil Röthelstein

Kirche Röthelstein

Im Mittelalter war Röthelstein – seit 2015 Ortsteil von Frohnleiten – ein wichtiger Grenzpunkt von Graz nach Norden und mit der engen Beziehung zum Stift Göss war auch die Einbindung in den obersteirischen Raum gegeben. Der Entfernung zu Graz verdankte man die Errichtung eines Postamtes mit Pferdestation, 1528 schriftlich belegt. Bis 1850 hatte Röthelstein auch die Landgerichtsbarkeit mit eigener Richtstätte. Die Röthelsteiner St.-Oswald-Kirche wurde um 1326 erstmals urkundlich erwähnt, wobei man als Filialkirche von Adriach wohl von einem noch älteren Bestehen ausgehen kann. 1787 wurde Röthelstein eigenständige Pfarre.